Trading verstehen, bevor du den ersten Franken einsetzt.
Du lernst, wie Kurse entstehen, wie eine Order funktioniert und wie du dein Risiko begrenzt. Ohne Fachchinesisch und ohne Gewinnversprechen.
Trading in drei Karten
Du handelst Preisbewegungen. Dafür brauchst du kein Insiderwissen. Du musst die Richtung deiner Position und dein Risiko kennen.
Du kaufst, weil du an steigende Kurse glaubst
Du kaufst zu 100 und verkaufst später zu 110. Die Differenz ist dein Gewinn. Fällt der Kurs auf 90, ist die Differenz dein Verlust. Das ist der einfachste Einstieg.
Du verkaufst zuerst und kaufst später zurück
Du setzt auf fallende Kurse. Fällt der Preis, gewinnst du. Steigt er, verlierst du. Für Einsteiger ist Short riskanter, weil der Verlust nach oben nicht begrenzt ist.
Gewinn ist die Differenz mal Stückzahl
Vom Ergebnis ziehst du Gebühren und Spread ab. Bei vielen kleinen Trades fallen diese Kosten stark ins Gewicht, auch wenn jeder einzelne Betrag klein wirkt.
Was passiert mit deinem Geld, wenn der Kurs sich bewegt?
Du hast 10 Stück zu CHF 100.00 eröffnet. Schiebe den Kurs und beobachte beide Richtungen.
So liest du eine Kerze
Jede Kerze fasst eine Zeitspanne zusammen, zum Beispiel eine Stunde oder einen Tag. Vier Preise genügen, um sie zu zeichnen.
- Körper
- Der dicke Teil zeigt den Weg vom Eröffnungs- zum Schlusskurs der Zeitspanne.
- Docht
- Die dünne Linie reicht bis zum höchsten und zum tiefsten Kurs, den es in dieser Zeit gab.
- Farbe
- Grün heisst, der Schlusskurs liegt über dem Eröffnungskurs. Rot heisst darunter. Manche Plattformen nutzen andere Farben, prüfe die Einstellung.
- Lesetipp
- Ein langer Docht zeigt, dass der Kurs stark ausschlug und zurückkam. Das ist ein Hinweis auf Unsicherheit im Markt.
Was du handeln kannst
Nicht jeder Markt passt zu Einsteigern. Je höher das Risiko, desto schneller kann ein Konto schrumpfen.
| Markt | Was du handelst | Handelszeiten | Risiko für Einsteiger |
|---|---|---|---|
| Aktien | Anteile an einzelnen Unternehmen | Börsenzeiten der jeweiligen Börse | Mittel |
| ETFs | Körbe aus vielen Aktien oder Anleihen, zum Beispiel auf einen Index | Börsenzeiten der jeweiligen Börse | Niedrig bis mittel |
| Devisen | Währungspaare wie EUR/CHF | Montag bis Freitag, rund um die Uhr | Hoch |
| Kryptowährungen | Digitale Werte wie Bitcoin | Rund um die Uhr, auch am Wochenende | Hoch |
| Futures und CFDs | Verträge auf Preisentwicklungen, meist mit Hebel | Je nach Produkt, oft fast durchgehend | Sehr hoch |
TippViele Einsteiger beginnen mit Aktien oder ETFs ohne Hebel. Die Produkte sind übersichtlich und die Kosten gut zu verstehen.
Wähle deinen nächsten Schritt
Wie starte ich mit Trading?
Sechs Schritte vom Ziel bis zum ersten kleinen Trade, mit Checkliste und Broker-Vergleich.
Zur Anleitung → AntwortenHäufige Anfängerfragen
Geld, Steuern, Hebel, Stop-Loss und mehr. Mit Suche und Filter.
Fragen ansehen → SchutzRisiko & Fehler
Positionsrechner, Verlustserien und die acht häufigsten Anfängerfehler.
Risiko verstehen →Wie starte ich mit Trading?
Sechs Schritte in der richtigen Reihenfolge. Überspringe keinen, vor allem nicht das Demokonto.
Ziel und Zeitrahmen klären
Willst du langfristig Vermögen aufbauen oder kurzfristig handeln? Investieren heisst, Wertpapiere über Jahre zu halten. Trading heisst, Kursbewegungen über Tage, Stunden oder Minuten zu nutzen. Das braucht mehr Zeit und Übung und bringt höhere Kosten und Risiken.
TippSchreibe auf, wie viele Stunden pro Woche du wirklich Zeit hast.
Die Grundbegriffe lernen
Kurs, Order, Spread, Long und Short, Stop-Loss, Hebel. Lies die Startseite und die häufigen Fragen. Schau dir Kerzencharts an, bis du erkennst, was eine einzelne Kerze zeigt.
Einen Broker auswählen
Der Broker ist die Plattform, über die du Orders aufgibst. Vergleiche Regulierung, Gebühren, Bedienung und verfügbare Märkte. Die Checkliste weiter unten hilft dabei.
Mit dem Demokonto üben
Ein Demokonto handelt mit virtuellem Geld zu echten Kursen. Übe mehrere Wochen, setze bei jedem Trade Stop-Loss und Ziel und schreibe alles auf.
AchtungIm Demokonto fehlen Angst und Gier. Echtes Geld fühlt sich anders an. Rechne damit.
Einen Handelsplan schreiben
Lege vor jedem Trade schriftlich fest: Warum steige ich ein? Wo steige ich aus, wenn ich falsch liege? Wo nehme ich Gewinn mit? Wie viel Geld riskiere ich? Ein Plan nimmt dir Entscheidungen ab, wenn du nervös bist.
Klein starten und auswerten
Beginne mit einem Betrag, dessen Verlust dein Leben nicht verändert. Riskiere pro Trade nur einen kleinen Teil davon. Führe ein Journal und prüfe nach 20 bis 30 Trades, ob dein Plan funktioniert.
Die drei wichtigsten Order-Typen
Mit einer Order sagst du dem Broker, was er für dich tun soll. Der Typ entscheidet über Preis und Sicherheit der Ausführung.
Sofort zum aktuellen Preis
Die Order wird sofort ausgeführt. Der Preis kann leicht vom angezeigten Kurs abweichen, besonders wenn wenig gehandelt wird.
Nur zu deinem Preis
Du legst einen Preis fest. Gekauft wird zu diesem Preis oder günstiger, verkauft zu diesem oder besser. Dafür ist nicht sicher, dass die Order überhaupt ausgeführt wird.
Wird bei einer Marke ausgelöst
Erreicht der Kurs deine Marke, wird die Order aktiv. Als Stop-Loss begrenzt sie Verluste. In schnellen Märkten kann der Ausführungspreis schlechter sein als die Marke.
Worauf du bei der Broker-Wahl achtest
Es gibt nicht den einen besten Broker. Prüfe diese sechs Punkte und vergleiche mindestens drei Anbieter.
Regulierung
Prüfe, ob eine anerkannte Behörde den Anbieter beaufsichtigt, in der Schweiz die FINMA. Im Zweifel hilft das offizielle Register.
Gebühren
Courtage pro Order, Spread, Depotgebühr und Kosten für Währungsumrechnung. Kleine Beträge summieren sich bei vielen Trades.
Plattform
Teste App und Webplattform im Demokonto. Du solltest Orders und Stop-Loss ohne Suchen setzen können.
Sicherheit der Gelder
Frage nach Einlagensicherung und getrennter Verwahrung deines Vermögens vom Vermögen des Brokers.
Märkte und Produkte
Kannst du die Märkte handeln, die dich interessieren? Gibt es Produkte ohne Hebel?
Support
Hilfe auf Deutsch und gute Erreichbarkeit zählen, wenn eine Order einmal nicht funktioniert.
Als Nächstes: Antworten auf die Fragen, die fast jeder Einsteiger hat.
Häufige Fragen →Häufige Anfängerfragen
Suche nach einem Stichwort oder filtere nach Thema.
Was ist der Unterschied zwischen Trading und Investieren?
Investieren heisst, Wertpapiere über Jahre zu halten und vom Wachstum der Unternehmen oder Märkte zu profitieren. Trading nutzt kürzere Kursbewegungen und bringt mehr Transaktionen, mehr Aufwand und höhere Kosten mit sich.
Für viele Privatanleger ist langfristiges Investieren einfacher und günstiger. Trading ist kein Muss.
Ist Trading Glücksspiel?
Es muss keins sein, kann sich aber so verhalten. Wer mit einem Plan, begrenztem Risiko und klaren Regeln handelt, handelt anders als jemand, der auf ein Bauchgefühl setzt.
Kurzfristig spielt der Zufall eine grosse Rolle. Ohne Plan und ohne Risikobegrenzung unterscheidet sich das Verhalten kaum vom Zocken.
Welcher Markt eignet sich für Anfänger?
Aktien und ETFs ohne Hebel sind übersichtlich. Du kaufst echte Anteile und die Gebühren sind gut nachvollziehbar.
Devisen, Kryptowährungen und Derivate mit Hebel bewegen sich schneller und können Verluste vervielfachen. Sie sind für den Anfang weniger geeignet.
Chartanalyse oder Nachrichten, was ist wichtiger?
Beides erklärt Kurse aus anderer Sicht. Die technische Analyse liest Preis und Volumen im Chart. Die Fundamentalanalyse bewertet Unternehmen und Wirtschaftsdaten.
Kurzfristige Trader schauen eher auf den Chart, langfristige Anleger eher auf Fundamentaldaten. Für den Anfang genügen Trend, Unterstützung (Preisbereich, an dem ein fallender Kurs oft stoppt) und Widerstand (Preisbereich, an dem ein steigender Kurs oft stoppt).
Wie viel Geld brauche ich zum Start?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Viele Broker erlauben kleine Beträge. Wichtiger als die Summe ist, dass es Geld ist, dessen Verlust dich nicht in Schwierigkeiten bringt.
Bei einem kleinen Konto sind Gebühren im Verhältnis gross. Prüfe Mindestgebühren, bevor du loslegst.
Wie viel kann ich verdienen?
Das lässt sich nicht seriös versprechen. Viele Einsteiger verlieren zuerst Geld, bis sie Erfahrung und eine funktionierende Methode haben.
Wer garantierte Gewinne oder feste Renditen pro Monat verspricht, ist ein Warnsignal.
Muss ich Gewinne versteuern?
In der Schweiz sind Kapitalgewinne auf privatem Vermögen in der Regel steuerfrei. Dividenden und Zinsen zählen zum Einkommen, und dein Wertschriftenbestand zählt zum Vermögen.
Wer sehr aktiv handelt, kann als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler eingestuft werden. Dann sind Gewinne steuerbar. Hinweise darauf sind etwa kurze Haltedauer, hohe Umsätze, Fremdfinanzierung und hohe Gewinne im Verhältnis zum Einkommen.
Das ist keine Steuerberatung. Frage im Zweifel dein Steueramt oder eine Fachperson. Wohnst du nicht in der Schweiz, gelten andere Regeln.
Was ist ein Demokonto, und lohnt es sich?
Ein Demokonto handelt mit virtuellem Geld zu echten Kursen. Du lernst die Plattform kennen und testest deinen Plan ohne Risiko.
Es lohnt sich, mehrere Wochen zu üben. Beachte, dass dir im Demokonto die Emotionen fehlen, die bei echtem Geld mitspielen.
Was ist ein Spread?
Für jeden Wert gibt es zwei Preise: den Kaufkurs (Ask) und den Verkaufskurs (Bid). Der Abstand dazwischen ist der Spread.
Er ist ein Kostenfaktor. Beispiel: Bid 99.90, Ask 100.10, Spread 0.20. Direkt nach dem Kauf liegst du um diesen Betrag im Minus.
Was ist der Unterschied zwischen Market-, Limit- und Stop-Order?
Eine Market-Order wird sofort zum aktuellen Preis ausgeführt. Eine Limit-Order wird nur zu deinem Preis oder besser ausgeführt. Eine Stop-Order wird aktiv, sobald der Kurs eine Marke erreicht.
Mehr dazu findest du unter «Wie starte ich?».
Wie viel Zeit brauche ich pro Tag?
Das hängt vom Stil. Daytrading verlangt Konzentration während der Handelszeiten. Swing-Trading mit Positionen über Tage bis Wochen lässt sich mit einem Beruf verbinden. Für viele reicht eine Stunde am Abend für Analyse und Orders.
Was bedeutet Hebel?
Mit Hebel kontrollierst du eine grössere Position, als dein eingesetztes Geld hergibt. Bei einem Hebel von 10 verändert 1 % Kursbewegung dein Kapital um etwa 10 %, in beide Richtungen.
Gewinne und Verluste vervielfachen sich. Bei hohem Hebel kann ein kleiner Kursrückgang den ganzen Einsatz aufbrauchen. Einsteiger starten besser ohne Hebel.
Was ist ein Stop-Loss, und brauche ich einen?
Ein Stop-Loss ist eine Order, die deine Position schliesst, sobald der Kurs eine festgelegte Marke erreicht. Er begrenzt den Verlust auf einen Betrag, den du vorher bestimmst.
Er schützt nicht vor Kurssprüngen, etwa über Nacht. Dann kann der Ausstieg schlechter ausfallen als geplant. Ohne klare Ausstiegsregel entscheiden Einsteiger oft aus dem Bauch.
Kann ich mehr verlieren, als ich einzahle?
Bei Aktien und ETFs ohne Hebel verlierst du höchstens deinen Einsatz. Bei Leerverkäufen und gehebelten Produkten kann der Verlust je nach Produkt und Broker höher sein als der Einsatz.
Manche Broker bieten einen Schutz vor Nachschusspflicht. Prüfe die Bedingungen, bevor du handelst.
Soll ich Signalgruppen, Kursen oder Influencern folgen?
Sei vorsichtig. Warnsignale sind garantierte Gewinne, Zeitdruck und die Aufforderung, schnell Geld einzuzahlen.
Prüfe, ob der Anbieter reguliert ist, ob Ergebnisse überprüfbar sind und ob Risiken genannt werden. Kein Kurs ersetzt eigene Übung im Demokonto.
Als Nächstes: lerne, wie du dein Risiko pro Trade berechnest.
Risiko & Fehler →So schützt du dein Geld
Gute Trader begrenzen zuerst den Verlust und denken erst danach an den Gewinn. Hier rechnest du nach, was das bedeutet.
Positionsgrösse berechnen
Du bestimmst, wie viel du pro Trade verlieren darfst. Der Rechner sagt dir, wie viele Stück du dafür kaufen kannst. Die Werte sind Beispiele, trage deine eigenen ein.
Warum kleine Risiken so wichtig sind
Verluste wirken stärker als gleich grosse Gewinne. Zwei Rechnungen zeigen warum.
Zehn Verluste in Folge
So viel bleibt von deinem Konto übrig, wenn du zehnmal hintereinander verlierst. Der Kontostand kommt aus dem Rechner oben.
Der Weg zurück
So viel Gewinn brauchst du, um einen Verlust auszugleichen. Wer die Hälfte verliert, muss das Konto verdoppeln.
Die acht häufigsten Anfängerfehler
Zu viel auf einen Trade
Ein einziger Fehltritt kann einen grossen Teil des Kontos kosten.
BesserPro Trade nur 1 bis 2 % des Kontos riskieren.
Kein Stop-Loss
Ohne Ausstieg hoffst du, dass der Kurs zurückkommt. Oft tut er es nicht.
BesserDen Ausstieg festlegen, bevor du einsteigst.
Verluste zurückholen
Nach einem Verlust steigt der Drang, sofort wieder einzusteigen und alles aufzuholen.
BesserNach zwei Verlusten eine Pause einlegen.
Zu viele Trades
Mehr Trades heissen mehr Gebühren und mehr Fehler, nicht mehr Gewinn.
BesserNur handeln, wenn dein Plan es verlangt.
Zu hoher Hebel
Hebel vergrössert auch Fehler. Ein kleiner Rückgang kann das Konto auslöschen.
BesserOhne Hebel starten.
Tipps blind folgen
Wer fremde Signale kopiert, kennt weder Grund noch Risiko des Trades.
BesserEigene Regeln im Demokonto testen.
Kein Journal
Ohne Aufzeichnungen wiederholst du dieselben Fehler, ohne es zu merken.
BesserJeden Trade mit Grund und Ergebnis notieren.
Zu früh echtes Geld
Ungeduld bringt viele Einsteiger dazu, das Demokonto zu überspringen.
BesserMehrere Wochen üben, dann klein beginnen.
Dein grösster Gegner ist dein Kopf
Die meisten Fehler entstehen aus Gefühlen. Wer sie kennt, erkennt sie rechtzeitig. Setze nur Geld ein, dessen Verlust dein Leben nicht verändert.
Angst, etwas zu verpassen
Der Kurs steigt schon, du steigst spät ein und kaufst zum schlechtesten Preis.
Gier
Du hältst einen Gewinn zu lange, weil noch mehr drin scheint, und verlierst ihn wieder.
Angst vor Verlust
Du schliesst Gewinne zu früh und lässt Verluste laufen, weil du sie nicht akzeptieren willst.
Ungeduld
Du handelst aus Langeweile, obwohl dein Plan kein Signal zeigt.
Du hast die Grundlagen. Jetzt fehlt die Übung.
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